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Waschmaschine
einschalten, Computer hochfahren, Licht anknipsen: Die Energie aus
der Steckdose ist ein alltägliches Gut, eines, ohne das heutzutage
beinahe nichts mehr geht. Das merkt man spätestens dann, wenn der
Strom mal weg ist. Damit das so selten wie möglich vorkommt - und
wenn doch mal, nur für einen möglichst knappen Zeitraum - ist die
Abteilung Netzbereich-Strom bei den
Stadtwerken Bad Harzburg quasi rund
um
die Uhr im Einsatz. Sieben
Mitarbeiter kümmern sich darum, dass der Kurstadt und ihren
Ortsteilen nicht die Energie ausgeht.

Spezialaufgaben
Das Aufgabengebiet der
,,Stromnetzwerker" umfasst ein breites Spektrum: Von A wie Ablesen
des Stromverbrauchs bis zu Z wie Zählermontage, vor allem aber
auch Dinge wie die Reparatur von Straßenlaternen sowie die
Neuverlegung und Auswechslung von Steuer-, Niederspannungs-, und
Hochspannungskabeln. Alle Mitarbeiter sind gelernte Elektriker,
doch die Spezialaufgaben, die der Job bei einem Stromanbieter mit
sich bringt, erfordern auch spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten.
Ganz abgesehen von einer gehörigen Portion Erfahrung, sagt Detlef
Simon, der die Abteilung Netzbereich-Strom leitet. Auf seine
Mitarbeiter Jürgen Volk, Otmar Duhme, Karsten Fricke, Norbert
Stolte, Willi Becker, Dirk Bartels, Artur Drobny und auf Birgit
Bunke in der Netzleitstelle kann er sich hundertprozentig
verlassen. Und das muss er auch. Schließlich ist es keine
Kleinigkeit, eine ganze Stadt ständig mit Strom zu versorgen.
Sondereinsätze
Neben dem alltäglichen Geschäft sind
es vor allem die Sondereinsätze - geplante und ungeplante - die
den Dienstplan in der Abteilung Strom bestimmen. Das
zurückliegende Frühjahr mit Stromausfällen auch in komplizierten
Bereichen wie etwa an
der Rabenklippe, mit nächtlichen Erdarbeiten
in der Ilsenburger Straße und dem Einbau einer neuen
5-Megawatt-Schaltanlage bei der Firma Elektrocycling in
Harlingerode über das Vatertagswochenende, hat die Männer manchmal
an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht. Warum sich zum Beispiel
Stromausfälle meist abends oder nachts ereignen, sei ein
unerklärliches Phänomen, meint Detlef Simon. Für seine Mitarbeiter
heißt das: Ausrücken nach Dienstschluss und mehrstündige
nächtliche Sonderschichten. Zumindest die Ursache der
Stromausfälle ist kein Rätsel.
 
Rote Kabel und freie Leitung
"Das Problem ist häufig das
gleiche", sagt Detlef Simon. Es heißt , rotes Kabel". Ein
Großteil der fehlerhaften vor Jahrzehnten verlegten Kabel haben
die Stadtwerke in den vergangenen Jahren ausgetauscht. Aber eben
noch nicht alle. Im April und Mai sind vier Strecken hochgegangen.
Das sei schon eine bemerkenswerte Häufung meint Simon. Wenn in der
Zentrale der Stadtwerke Bad Harzburg die Alarmleuchten blinken und
einen Erdschluss melden, müssen die Monteure zunächst die exakte
Fehlerstelle orten.
Erst dann kann die schadhafte
Kabelstrecke rausgeschaltet und später je nach Zustand repariert
oder ausgetauscht werden. Wenn sich beim Endverbraucher der Strom
nach durchschnittlich zehn Minuten - in
Deutsch-
land lag der
Durchschnittsausfall 2007 bei rund
20 Minuten - zurückmeldet., haben
die „Stromnetzwerker" ihre Sonderschicht noch lange nicht beendet.
Fünf bis sechs Stunden dauert ein Ausfall-Einsatz für seine
Mitarbeiter, sagt Detlef Simon. Und am nächsten Morgen beginnt der
Alltag in der Netzzentrale ganz normal von vorn.
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